Containerhead


Monolithisch, monumental, massiv… Um die Musik dieser besonderen Regensburger Gruppe zu beschreiben, könnte man sich durchaus in Reinhold Messner´schem Jargon verlieren. Tun wir aber nicht. Lieber in dem eingängigen und dabei immer hochkomplexen Containerhead-Kosmos und dabei zuhören wie sieben Menschen Melodien, Lärm, Loops aufschichten, vermindern, sich zurücknehmen oder einen gemeinsamen akustischen Mahlstrom von besonderer Wucht zu inszenieren, der intensiver nicht sein könnte. Die Überlänge einiger Stücke oder die Abwesenheit von Gesang kann keinesfalls und zu keiner Zeit beanstandet werden, hier findet sich alles am rechten Fleck, kein Takt zuviel, keine Wiederholung zu lange, kein Spannungsbogen zu überreizt, nichts wirkt gekünstelt, jedes noch so filigrane Tüpfelchen, es passt. Dabei klingen alle klug arrangierten Kompositionen organisch, viel mehr – sofern man das überhaupt so sagen kann – spontan und immer unerwartet. Wer Verkopftheit fürchtet wie bei manchen Vertretern des Genres mit Tendenzen zum Progressivem wie z.B. Tortoise: Dies ist eine Band, die Musik von Herzen macht und eben keine „Mathehausi“ und diese ist gleichzeitig ausgeklügelt und eben unbehauen. Die Besetzung des Bandkollektivs liest sich für den langjährigen Kenner der Regensburger Szene wie ein „Who is who“ vergangener musikalischer Großtaten und Bands, die genannt werden müssen, um Regensburg musikalisch zu verorten: Jenny Lund, Beige GT, Sir Simon Battle, Mason Dixon Line, Trashing Days, Godspeed Bugkiller, The Happy End … Lang ist die Liste der verschlissenen und noch aktiven Bands der jetzigen Mitglieder und trotzdem beschreibt auch diese Auflistung die Musik von Containerhead nicht annähernd. Es ist laut Info eines früheren Labels „ein Kollektiv von Leuten, deren musikalische Bandbreite und Liebe zu den Tönen mit nur einer Band eben nicht zu befriedigen ist.“ Damit ist die Essenz der aktuell siebenköpfigen Band recht gut umschrieben: Aber es ist auch Post-Rock, es ist Instrumental-Musik, es ist Noise-Rock, es ist Shoegaze und es ist Indie im klassischen Sinne. Dies ist aber alles so gespielt, dass es auch einem Nicht-Freund gesangsloser Musik gefallen kann. Und deshalb müssen Vergleiche mit Mogwai, Tortoise, Godspeed You Black Emporer oder Explosions In The Sky hinken, da Containerhead eben einfach klingen wie sie klingen, nicht zuletzt dank markantem Einsatz eines Vibraphons und zahlreicher meist selbstgebauter Effekt-Geräte, die die massiven Loops und Schichten v.a. live um einige besondere Klangfarben erweitern. Kurz gesagt, es ist Musik, die sich nicht drum schert, was sie sein könnte. Sie ist anscheinend so passiert, wie sie auf bereits mehreren Tonträger abgebildet ist und sie ist erfreulicherweise genauso reproduzierbar. Ein wirklich großes Glück für die Beteiligten und vor allem für den  Zuhörer. Die Band ist – und das ist gottseidank mittlerweile über die Stadtgrenzen hinaus bekannt – etwas Besonderes. Genauso wie deren Alben! Unbedingt anhören!


Genre: Alternative, Experimental, Noise, Rock

Members:
Mira van de Witt (bass, vib)
Klaus Kieswetter (bass)
Jan Nas (git, vib)
Sebastian Geissler (git)
Ludwig Pfundtner (drums)
Markus Stark (git, vib, keys)
Marius Gardeia (git, vib, keys)


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Ab wo und wie lang
(GTN-002 – 01.10.2015)
  


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